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Paragrafendschungel für Halter von Wildkatzen und Mischlingen daraus

   
Folgende Regelungen können bei privater Haltung von Wildkatzen und deren direkten Abkömmlingen bedeutsam sein:

Washingtoner Artenschutzabkommen (kurz WA) vom 03. März 1973. Dieses Übereinkommen regelt den weltweiten internationalen Handel - auch innerhalb der EU – mit geschützten Arten.

  • Die Listung einer Art in Anhang I WA bedeutet: die Art ist unmittelbar von der Ausrottung bedroht.
  • Eine Aufführung in Anhang II WA bedeutet: zwar ist die Art nicht unmittelbar von Ausrottung bedroht, aber dies könnte eintreten, wenn unkontrollierter Handel getrieben würde.
  • Alle Wildkatzenarten, welche nicht in Anhang I geführt werden, sind in Anhang II gelistet. Mit anderen Worten: Erwerb und Besitz aller Arten von Wildkatzen und Mischlingen daraus sind nur mittels amtlicher Papiere möglich.
  • Die wilde Bengalkatze ist in mehr als einer Unterart massiv vom Aussterben bedroht. Insofern fällt der Verkauf von Bengalkatzenhybriden unter die strengste Artenschutzgesetzgebung, weil nach deutschem und EU-Recht Mischlinge ebenso stark unter die Artenschutzgesetze und Richtlinien fallen wie reine Wildkatzen.
   

Verordnung zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten, kurz Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) vom 14. Oktober 1999. Diese Verordnung überträgt u. a. das internationale WA in nationales Recht.

  • Anhang A-Tiere entsprechen bei Wildkatzen den WA-I-geschützten Tieren.
  • Anhang B-Tiere entsprechen bei Wildkatzen den WA-II-geschützten Tieren.
  • Bengalkatzen und Hybriden daraus fallen unter Anhang A (s.o.)

Bedeutsam für Wildkatzen- und Hybridkatzen-Halter: Nachweis von Zuverlässigkeit und Sachkunde, Kennzeichnungspflicht, Besitz- und Vermarktungsgenehmigung (EG Bescheinigung Nr. 224 bzw. Cites).

   
EG-Artenschutzverordnung
oder EU-Verordnung (EG) Nr. 338/97 über den Schutz von Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels vom 09. Dezember 1996 (Artenschutz auf europäischer Ebene).

Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege oder Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vom 21. September 1998. Maßgeblich sind hier landesrechtliche Bestimmungen, z.B. was nach § 24 die Betreibung von Tiergehegen auch durch private Personen betrifft. Baurecht und Nachbarrecht sind u.U. ebenfalls hiervon betroffen.

Das deutsche Tierschutzgesetz.

Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren, herausgegeben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und forsten (Heute: Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL)). Es kann vom Ministerium direkt kostenlos bezogen werden: Referat Tierschutz, Postfach, 53107 Bonn. Dieses Gutachten hat aber keine rechtsgebundene Wirksamkeit. Weil es jedoch von etlichen Fachleuten erarbeitet wurde, wird es in der Praxis von vielen Behörden als Arbeitsgrundlage herangezogen. Für Halter ist wichtig zu beachten, dass für etliche Arten die im Gutachten angegebene Gehegegröße zu gering ist. Es empfiehlt sich, die Gehegedimensionen deutlich größer zu gestalten.

Alle Wildkatzenarten gehören weltweit zu den besonders geschützten Tieren. Selbst ein privater Tausch wird als so genannte Vermarktung bezeichnet. Die Beweislast für Legalität liegt immer beim Halter bzw. Besitzer. Unwissenheit über die Wirksamkeit von betreffenden Gesetzen schützt vor Strafe nicht – z.B. Beschlagnahmung der Katzen.

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